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Hypertonie - Bluthochdruck

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Etwa 10 Millionen Menschen leiden in Deutschland unter zu hohem Blutdruck - und nur die Hälfte weiß überhaupt etwas davon. Rechtzeitiges Erkennen und Behandeln ist wichtig, sonst drohen gefährliche, oft lebensbedrohliche Folgeerkrankungen, wie Herzinfarkt, Hirnschlag oder Nierenversagen. Neben einer erblichen Veranlagung, können Streß, Übergewicht, viel Kochsalz und Alkohol für die Erhöhung verantwortlich sein.

Was bedeutet Bluthochdruck? - Hypertonie

Als Hypertonie bezeichnet man jede, die Norm überschreitende, anhaltende Steigerung des arteriellen Blutdrucks. Jede Blutdruckmessung wird in einen oberen (systolischen) und einen unteren (diastolischen) Blutdruckwert eingeteilt. Der obere mißt den Blutstrom nach dem Öffnen einer Druckmanschette (Stau), der untere während der vollständigen Gefäßweite. Nach der Definition der WHO beträgt - unabhängig vom Lebensalter - in körperlicher Ruhe, die obere Normgrenze systolisch 160 mm Hg, diastolisch 95 mm Hg, der beobachtungsbedürftige Grenzbereich liegt systolisch zwischen 140 und 160 mm Hg, diastolisch zwischen 90 und 95 mm Hg.

Wie erkenne ich Bluthochdruck?

Leider warnen keine typischen Beschwerden frühzetig vor einem zu hohen Blutdruck. Viele Menschen fühlen sich trotzdem jahrelang wohl und fit. Nur die Blutdruckmessung ist ein sicheres Mittel zur Entdeckung des Problems und meistens kommt man ganz zufällig, bei einer Routineuntersuchung dahinter, daß etwas nicht stimmt.

Die wichtigsten Anzeichen für Bluthochdruck sind:

  • Herzklopfen
  • Schwindelgefühl
  • Schweißausbrüche
  • Atemnot in Ruhe
  • Ohrensausen und Nasenbluten
  • Beklemmungsgefühle
  • Starker Druckkopfschmerz
  • Sehstörungen
  • Bewußtseinstrübungen
  • Krämpfe, Lähmungserscheinungen und Erbrechen

Was macht Bluthochdruck so gefährlich?

Gefährlich bei Bluthochdruck ist vor allem die Folge aus Ablagerungen in den Blutgefäßen und daraus entstehenden Durchblutungsstörungen wichtiger Organe. Der Blutdruck ist die Resultante aus Herzzeitvolumen (HZV) und peripherem Widerstand, daher kann eine Hypertonie bedingt sein durch erhöhtes HZV, einen erhöhten peripheren Widerstand oder durch beide Parameter.

HZV × peripherer Widerstand
  • HZV erhöht - betrifft meist jüngere Patienten

  • peripherer Widerstand - Während man bei Jüngeren meist einen HZV-Hochdruck findet, liegt bei älteren Personen in der Regel ein Widerstandshochdruck vor (bedingt durch Ablagerungen in den Gefäßen - Arteriosklerose).
Blutgefäße

Durch zu hohen Blutdruck verhärten und verengen sich die Blutgefäße, von den Hauptschlagadern bis zu den kleinsten Kapillargefäßen. Um die allgemeine Leistungsfähigkeit trotzdem zu erhalten und die gestörte Durchblutung auszugleichen, muß der Blutdruck langsam steigen. Das heißt, das Herz muß noch mehr arbeiten als bisher. Zu den Gefahren des Bluthochdrucks gehören in erster Linie die Folgen der verengten und verkalkten Schlagadern: Herzinfarkt, Hirnblutung mit Schlaganfall oder Nierenversagen.

Welche Behandlung kommt in Frage? Einmal ist keinmal

Solange der Blutdruck nur ab und zu in großen Abständen gemessen wird, ist das Ergebnis nicht sehr zuverlässig. Vor allem über Blutdruckschwankungen im Tagesverlauf sagt der "Gelegenheits-Blutdruck" nichts.

Blutdruck

Der Blutdruck ist morgens am höchsten.
Normale Blutdruck- Unterschiede bei entspannten Menschen liegen beim systolischen Druck um 20 mm Hg und beim diastolischen Druck um 10 mm Hg. Bei Hochdruck-Patienten sind die Unterschiede größer. Am niedrigsten sind ihre Werte frühmorgens zwischen drei und sechs Uhr, am höchsten nach dem Aufwachen, am späten Vormittag und am späten Nachmittag. Fast immer ist der Blutdruck morgens am höchsten. Deshalb sollte man blutdrucksenkende Medikamente unter anderem auch morgens einnehmen.

Therapie:

In manchen Fällen reicht es zur Normalisierung des Blutdrucks schon aus das Körpergewicht zu reduzieren, zusätzlich ist der Kochsalzverbrauch auf unter 5g / Tag einzuschränken. Nicht alle Hypertoniker reagieren auf Kochsalzbeschränkung. Deshalb sollte vor diätetischen Maßnahmen geprüft werden, ob es sich um einen NaCl-sensitiven Hypertoniker handelt.

Stufenplan der Hypertoniebehandlung:

Es ist heute allgemein anerkannt, daß eine antihypertensive Therapie individuell und - falls erforderlich - nach einem Stufenplan mit dem Ziel der Normalisierung (ca. 140 / 90) durchgeführt werden soll.

Stufenplan

Bei leichter bis mittelschwerer Hypertonie wird zunächst eine Monotherapie mit ß-Blockern, ACE-Hemmern (vor allem bei Patienten unter 55 Jahren), Diuretika oder Ca -Antagonisten (gibt man älteren Patienten) durchgeführt. Gelingt bei Anwendung üblicher Dosis des Monotherapeutikums keine befriedigende Einstellung des Blutdrucks, so wird eine Zweierkombination eingesetzt, bis zur Kombination von 3 Wirkstoffen, bei wiederum nicht ausreichender Wirkung.

ß-Blocker:

Diese Gruppe von Medikamenten bremst ein überaktives sympatisches Nervensystem, senkt die dadurch erhöhten Blutdruckwerte und den meist gleichzeitig erhöhten Puls. Sie sind im allgemeinen gut verträglich, dürfen aber nicht verwendet werden, wenn der Patient einen zu langsamen Puls hat oder unter Herzschwäche, Bronchialasthma, Diabetes und bestimmten Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen leidet.

Ca-Antagonisten:

Diese Arzneimittel lassen die Muskulatur der Gefäßwände erschlaffen und erweitern dadurch die Blutgefäße.

Diuretika:

Das sind harntreibende Medikamente, die Kochsalz und Wasser über die Nieren ableiten und dadurch den Blutdruck senken. Die Wirkung ist ähnlich wie bei kochsalzarmer Diät. Oftz wird aber zugleich Kalium ausgeschieden, es gibt aber Kombinationspräparate, die dies wieder ausgleichen.

ACE-Hemmer:

Diese Medikamentengruppe bremst die Bildung eines Enzyms (dies ist ein körpereigener Wirkstoff), das über bestimmte Hormone den Blutdruck reguliert bzw. erhöht. Die ACE-Hemmer haben sich vor allem bei schwerem Bluthochdruck bei Herzschwäche und Herzinfarkten bewährt. Man setzt sie einzeln oder in Kombination mit anderen geeigneten Präparaten ein. Die ACE-Hemmer haben allerdings einen kleinen Nachteil, denn hier treten leider etwas mehr Nebenwirkungen als bei den zuvor besprochenen Medikamentengruppen auf (z. B. Husten).
Tabletten helfen nur, wenn man sie regelmäßig nimmt.
Ein Bluthochdruckpatient muß seine Tabletten also regelmäßig einnehmen - und genau so, wie sie verordnet wurden. Wer das nicht tut, vereitelt auch den besten Behandlungsplan. Unregelmäßigkeiten bei der Einnahme von Tabletten führen außerdem häufig zu erneutem Anstieg des Blutdrucks.

Das richtige Fitnessprogramm:

Körperliche Faulheit ist eines der großen Risiken bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hochdruckpatienten, die dafür ohnehin schon besonders anfällig sind, sollten daher besonders für reichlich körperliche Bewegung sorgen. Ideal für Hypertoniker sind Ausdauersportarten, im Idealfall drei- bis viermal in der Woche: Langlauf, Skilanglauf, Radfahren, Schwimmen, Wandern, Rudern, Golf, Tanzen... Körperliche Betätigung sollte nicht zur Erschöpfung führen. Nicht erschlagen sollen Sie sich hinterher fühlen, sondern entspannt und gelassen.

Kleines Wörterbuch:

ACE-Hemmer: Konversionsenzymhemmer, d.h. Medikamente, die ein blutdrucksteigerndes Enzym dämpfen
Adrenalin: Hormon, das bei Streß oder bei körperlichen Anstrengungen vermehrt in das Blut abgegeben wird und den Blutdruck erhöht
Alkohol: kalorienreiches, berauschendes Genuß- und Nervengift
Antihypertensiva: bluthochdrucksenkende Medikamente
Arterien: Gefäße, die das sauerstoffreiche Blut vom Herzen wegführen
Arteriosklerose: Arterienverkalkung durch Ablagerung in den großen Blutgefäßen, ---> Blutdruckerhöhung
Betablocker: Medikamente, die spezielle Empfangsstellen (Beta-Rezeptoren) an Herzmuskel und Blutgefäßstellen blockieren, die auf Signale des Sympathikus-Nervs reagieren
Blutdruck-Tagebuch: Tabelle zum regelmäßigen Eintragen gemessener Blutdruckwerte
Blutzucker: Zuckergehalt des Blutes
Calcium-Antagonisten: Medikamente zur Blutdrucksenkung und zur Behandlung verschiedener Herzerkrankungen. Sie wirken über eine Hemmung des Calciumeinstroms in die Zelle
Cholesterin: fettähnlicher Stoff
Diabetes: Zuckerkrankheit
diastolischer Blutdruck: unterer Blutdruck-Meßwert
Diät: Kostplan nach ärztlicher Verordnung. Alte und bewährte Behandlungsmethode bei vielen Krankheiten
Diuretika: harntreibende Medikamente
Dosis: Menge eines verabreichten Medikaments
Grenzwerthypertonie: Blutdruckwerte im Grenzbereich zwischen normal und überhöht
Grundnährstoffe: Kohlenhydrate (Zucker und Stärke), Eiweiß und Fett
Herzinfarkt: Absterben von Herzmuskulatur bei plötzlichem Verschluß eines Herzkranzgefäßes
Herzinsuffizienz: Herzschwäche
Hochdruckkrise: Notfall bei Bluthochdruck, ausgelöst durch einen krisenhaften Blutdruckanstieg
Hormon: körpereigener Wirkstoff, der Abläufe regelt und Vorgänge im Stoffwechsel auslöst
Hypertonie: Bluthochdruck
Hypertoniker: Bluthochdruck-Patient
Kalorie: Maßeinheit für den Energiewert (Nährwert) von Nahrungsmitteln
Kanüle: hohles Röhrchen mit Spitze zum Einspritzen, Absaugen oder Messen von Körperflüßigkeiten
Kapillaren: feinste Blutgefäße (haarfeine Äderchen)
Kohlenhydrate (KH): Hauptnährstoff und Energielieferant, vorwiegend pflanzlicher Herkunft
Lipoproteine: "gute" (HDL) und "schlechte" (LDL) Transportsubstanzen für Cholesterin im Blut
Neutralfette: Triglyceride
Nikotin: Genuß- und Nervengift im Tabak
primärer Bluthochdruck: Hypertonie ohne Fremdursache
relative Hypotonie: persönlicher, subjektiver Blutunterdruck, d.h. ein täuschendes Mißempfinden bei Hypertonikern, die blutdrucksenkende Medikamente einnehmen
Schwangerschaftshochdruck: Bluthochdruck während der Schwangerschaft
sekundärer Bluthochdruck: Hypertonie aufgrund einer anderen Krankheit als Ursache
Stenose: Verengung
Stress: körperliche oder seelische (gefühlsmäßige) Belastung
Sympathikus: Antriebszentrum im zentralen Nervensystem
Symptome: Krankheitszeichen
systolischer Blutdruck: oberer Blutdruck-Meßwert
Therapie: medizinische Behandlung
Triglyceride: neutrale Blutfette
Vagus: Ruhe- und Ausgeglichenheits- Zentrum im zentralen Nervensystem
vegetatives Nervensystem: der unwillkürliche (automatische oder autonome) Teil des Nervensystems
Venen: Gefäße, die das Blut zum Herzen zurückführen (sauerstoffarm)